Vita

Es wäre nichts so wie es ist…

Seit 2011 nehme ich regelmäßig an Poetry Slams teil. Das rege und erfolgreiche Auftreten trieb mich neben vielen deutschen Städten und Dörfern auch nach Belgien, Niederlande, Österreich, Liechtenstein und in die Schweiz. Ob in Kellerclubs, Kneipen, Jugendzentren, Theatern, Hörsälen, bei den deutschsprachigen Meisterschaften oder in Finalrunden bei den NRW-Meisterschaften, ich stand seitdem auf sehr vielen Bühnen. Beim NRW Slam 2018 in Lüdenscheid belegte ich den 2. Platz und bin nun amtierender Vize-NRW-Meister!

Oscar Malinowski
Foto: Robien Schmidt

Neben der Leserei begann ich zudem sehr früh mit dem Veranstalten und Moderieren von eigenen Poetry Slams. Mittlerweile organisiere ich reguläre Slams in Aachen, Wermelskirchen, Halver, Wipperfürth, Schleiden und Eupen. Dabei reichen die Zuschauerzahlen von gemütlichen Vierzig im ländlichen Halver bis hin zu atemberaubenden Eintausend beim Hörsaal-Slam an der RWTH Aachen.
Gemeinsam mit Aachener Slamkollegen gründete ich 2016 die Lesebühne Chaos Lese Club. Mit Kollegen aus der Euregio veranstalte ich seit 2017 den Borderlines – Euregio Poetry Slam, eine grenzüberschreitende mehrsprachige Slam-Meisterschaft. Eine ganz besondere Ehre kam mir 2018 mit der Organisation und Moderation des ersten Poetry Slam im Aachener Dom zuteil. Außerdem richte ich als Vorsitzender des gemeinnützigen satznachvorn e.V. den NRW Slam 2019 in Aachen mit aus.
Weitere Infos zu den einzelnen Slams und Projekten finden Sie unter Projekte.

…wär‘ es damals nicht gewesen wie es war

Als Sohn polnischer Migranten kam ich zwar in den Genuss einer bilingualen Erziehung, doch war diese eher einseitiger Natur. Zuhause sprachen wir fast nur polnisch, wodurch die Ausbildung meines deutschen Wortschatzes zunächst sehr langsam verlief. Das brachte in der Schule natürlich einige Hürden und Hindernisse mit sich.
Ich konnte kein Interesse an der Sprache entwickeln und verspürte vielleicht sogar ein wenig Abneigung. Wenn ich mich dennoch ausdrücken wollte, griff ich zum Bleistift und zeichnete. Meine Sprache waren damals Bilder. Und ich zeichnete viele Bilder.
In der Jugend blieb es lange beim Alten. Bis ich erstmals intensiv mit deutschsprachiger Rapmusik in Kontakt kam. In mir weckte sich ein Durst nach mehr und langsam entwickelte ich ein neues Sprachgefühl.
Bald darauf entdeckte ich im TV zum ersten Mal Poetry Slam. Ich wusste zwar nicht was es mit dem Format auf sich hatte oder gar was das genau war, was ich da sah, aber ich war gewiss überaus fasziniert, was die Leute da mit Sprache anstellen konnten. Durch späteren Kontakt im Netz entfachte sich schließlich ein reges Interesse und der Gedanke, ob man sich nicht vielleicht selber auf die Bühne stellen sollte.

Am 6. September 2011 war es dann soweit. Und seitdem nimmt die Reise ununterbrochen ihren Lauf. Über den Verlauf dieser bin ich sehr dankbar. Ich durfte und darf weiterhin vielen großartigen Menschen begegnen. Dabei sind aus einigen Begegnungen auch wichtige Freundschaften entstanden.
Manchmal stehe ich dann mit Kollegen auf der Bühne, die für mich damals Idole waren, und denke mir immer noch: „Alter, wie krass ist das?!“ oder „Der stand schon auf der Bühne, da hast du gerade mal Lesen und Schreiben gelernt!“

 

Foto: Marvin Krampe